Mittwoch, 15. November 2017

Herbstabfolge

Alles Grau in Grau, die  Umgebung hat nichts zu erzählen, der Horizont verschmilzt, das vorhanden Reale zeigt sich im Nebel als Muster, welches undefinierbar bleibt.
Bilder der Versuchung,  Herbst zu bleiben oder zu vergehen.
Über der Wiese steht ein Drachen, der kurzzeitig alles buntet. Es scheint,  auch ihm fehlt es an Lust,
er stürzt. Dem Wind missfiel seine fröhliche Balance.
Es ist soweit. Die kürzeren Tage rücken unaufhaltsam näher. Alles beginnt zeitig und hört zeitiger auf.
Sei es drum, wir versäumen nichts.

Dienstag, 14. November 2017

Ach, herjee....

Und auf einmal strömt feuchte, kalte Luft in diesen Morgen.
Sofort frage ich, was hatte Bach gegen einen DonnersTag,
warum komponierte er dafür keine Kantate?
Es wär' so schön, könnte ich mich in ihr verlieren,
auf Zwänge verzichten,
meine Sinne auf Schönes richten,
Neues dichten.
So bleiben meine Gedanken einfach am Gartenzaun hängen,
meine Tagträume drängen sich hinaus und daran vorbei.
Mir ist das einerlei,  ich lasse sie gerne fliegen,
bereite mir eigenes Vergnügen
und - das wäre Bach - es ist ja auch noch nicht DonnersTag ;)

Samstag, 11. November 2017

Lebenswichtig

Bin schon weit ins Leben vorgedrungen und vorangekommen.
Doch ich verlor mich nie.
Die Unternehmungslust wurde weniger, Neugier blieb.
Erfahrungen überholten sich, stießen oft aneinander,
trieben sich weiter an.
Alles häufte sich innen, Zeit, mich selber zu speichern.
Ab jetzt lege ich vom Besten von mir einen Vorrat an.

Freitag, 10. November 2017

Gern erinnere ich mich

In diesem Jahr hatte ich die Ruhe, einige Zeit im Erzgebirge zu verbringen.
Das Bedürfnis nach Stille wurde auf gute, neue Art und Weise traumhaft erfüllt.

An der Rückseite des Gasthauses, kaum einsehbar, stand eine wind- und
sonnengeschützte Bank. Gern saß ich am späten Nachmittag dort.
Die Schildkröten fühlten sich auf der Wiese wohl, auch hatten sie für sich
einen Sonnenplatz gefunden, den sie nach dem Fressen ausgiebig zum
Schlafen nutzten.
Und ich ließ meine Seele baumeln, in dem ich den herrlichen Wald in mich
saugte, tief atmete und so diese zauberhafte Abendstille wieder neu für mich
entdeckte.
Das einbrechende Licht dazu war Balsam.
In der aufkommenden Müdigkeit fand sich kein Schlafgefühl,
nur dieses Abtauchen in sichtliches Wohlgefallen....

Unabsehbar

So ab und zu
hebt nur ein einziges Wort
den gewohnten Gang
vieler Dinge auf
Und doch nimmt das Leben
weiter seinen gewohnten Lauf

Du kennst mich so gut

Ganz in Sehnsucht gehüllt, habe ich dir einen Liebesbrief geschrieben.
Ich werde ihn zur Post bringen und mich freuen, wenn du dann
verwunderst den Umschlag  am anderen Tag in den Händen hin und her drehst,
vergeblich einen Absender suchst und ihn schließlich öffnest...

Und genau so war es. Du hieltest die Seiten in deinen Händen.
Eng aneinander liegende Worte, für die ich Stunden brauchte,
geben dir meine Liebe kund.

Dann sagtest du mit bekanntem Frosch im Hals:

Wir sollten unser Leben für ein paar Stunden unterbrechen...

Donnerstag, 9. November 2017

Schreiben ist gar nicht so einfach

Ach, wäre ich doch im Schreiben nicht so wie ich bin!
Da brüte ich vor mich hin, um Worte zu finden!

Habe ich sie gefunden - was mache ich?
Ich muss sie ergründen, auswählen, richtig setzen
und gliedern, um zu sagen, was ich überhaupt will.

Mein Kopf mauert, die  Gedanken fahren Achterbahn,
die Fantasie bleibt gänzlich still.

Doch ich bleibe dran, sortiere, verschiebe
und übe den Klang mit dem Drang
diesmal perfekt zu sein.....

Dunkeltage

Diese Dunkelheit im Tag lähmt mich.
Ich stehe mit verschränkten Armen am Fenster, beobachte die Vögel, die an solchen Dunkeltagen wohl auch nicht so den großen Hunger haben, und warte auf wenigstens einen Sonnenstrahl.
Doch der Tag hält zäh an diesem fahlen Lichte fest.
Ich wende mich rückwärts und mir ist, als rücken die Wände näher, drückt die Decke tiefer.
Alles wirkt dürftig und matt.
Ich muss Gedanken des Antriebs finden....

DER Fall - 9. November 1989


In der Kirche
blieb kein Platz unbesetzt.
Montagsdemo's.
Wir waren dabei.
Die Mauer fiel.
Ohne Schuss.
Was für ein Gefühl?
Mein Herz stolperte.
Meine Seele machte einen Satz...
(noch heute zittere ich innerlich, wenn die Zeit daran erinnert... Wir hatten Angst, so mittendrin in der Masse von Menschen... schweigend...und nicht wissend, was kommt...Und heute lässt es sich schwer beschreiben, dies ist eigenartig, da bin ich wie in einer Blase gefangen... vielleicht, weil die Emotionen kochten damals... )

Liebe

Behaltet immer
die Liebe im Blick.
Die Zeit dafür verkürzt sich
mit jedem Tag.

Samstag, 4. November 2017

Bei Vollmond


Ein Tag ohne Ende. 
Am Abend zieht dichter Nebel auf.
Aus meiner Hand entgleitet Vergangenes.
Auflösen möchte ich mich und mitnehmen,
was von kurzer Dauer war.
Ich versperre mich und gebe mich zu.
Der volle Mond drückt sich durch
am Tag ohne Ende...


Donnerstag, 2. November 2017

Der Blick

Mein Blick läuft mir davon,
hinaus ins kahle Geäst des Nussbaumes.
Unversehens bin ich da hinein geraten,
so, als würde es mir diesen Tag näher bringen,
als ob es DIE eine Sache des Tages überhaupt wäre.

Ich lege dieses so plötzliche Ereignis
des frühen Morgens beiseite und genieße
diesen Augenblick des Lebens.

Mein Blick hängt noch immer
im kahlen Geäst des Nussbaumes...